Wir entdecken die Welt

Wir haben ein kleines Welpen Shooting bei meiner lieben Freundin Lisa ( Lisa Hemmer Fotografie ) gemacht. Unfassbar wie sie es immer wieder schafft mich mit ihren Fotos so zu flashen ❤ Hier will ich einige mit euch teilen und euch gleichzeitig ein kleines Update geben, wie es so läuft mit Hund Nummer 2.

Wouh hat der viel Power

Wenn man einen souveränen, gut erzogenen, ruhigen Hund zu Hause hat vergisst man oft, wie anstengend, energiegeladen und belehrungsresistent so ein kleines Welpentier sein kann … puh … das ist tatsächlich eine ganz schöne Umstellung und damit hab ich so gar nicht gerechnet. Der kleine Mann bringt ganz schön Schwung in die Bude. Außerdem ist Hamlet so ganz anders als Barney damals als Welpe war (also zumindest demnach woran ich mich von Barney noch erinnere und man verschönt die Welpenzeit im Nachhinein glaube ich eh 😉 ). Während Barney sich draußen alles in Ruhe angesehen hat und drinnen geschlafen hat, ist Hamlet ein echter Flummi. Er ist draußen nur am Wuseln und auch drinnen – selbst wenn er im wahrsten Sinne des Wortes HUNDEMÜDE ist – dreht er nochmal so richtig auf. Da wird er dann zur wahnsinnigen Schnappschildkröte die nicht weiß wohin mit sich. Erster Punkt auf der Tagesordnung also: Beruhigungsübungen. Wir versuchen ihm seine Box schmackhaft zu machen, ignorieren ihn zu Hause viel und immerhin im Auto ist er schonmal zuverlässig tiefenentspannt – zur Not hilft also ne Runde Autofahren. Wie bei kleinen Kindern eben 😀

Wir entdecken die Welt

Das Schöne am Welpen ist ja, dass er jeden Tag etwas Neues lernt. Er stolziert komplett unvoreingenommen und ohne jede Scheu durch die Welt und man kann ihm nach und nach alles zeigen und vor allem: alles positiv verknüpfen! Alles ist toll und für alles und jeden gibt es einen Keks 🙂 Das plätschernde Wasser im Wald is super, die vorbeitrottenden Pferde sind toll, alle Passanten die seltsame Klamotten anhaben und sich über mich beugen und anfassen tun mir gar nichts, sondern ich bekomme dafür Kekse und auch andere Hunde sind super, selbst wenn die viel größer sind als ich und teilweise ganz anders aussehen. In der Badewanne gibts Kekse, auf dem Hundeplatz und in Frauchens Tasche in die sich mich steckt, wenn ich nicht mehr laufen soll. Überall Kekse. Wir versuchen jede Situation, jeden neuen Reiz und jedes neue Erlebnis so angenehm und positiv wie möglich für Hamlet zu gestalten wie es nur geht. Sein gesamtes Welpenfutter wird also über den Tag verteilt abgegeben … nur abends landet eine Runde im Napf (wie Martin Rütter so schön gesagt hat „jedes Futter das im Napf landet ist verlorenes Futter“).

Was er schon alles kann

Süß sein, frech sein und lieb schauen 🙂 Wir lassen es langam angehen. Gerade weil Hamlet immer so wahnsinnig aufdreht, ist unsere erste Priorität ihn erstmal runterzufahren, damit er lernt trotz vieler neuer Reize zu entspannen. Er braucht schließlich den Schlaf um alles Neue verarbeiten zu können. Das heißt aber nicht, dass Hamlet keine Grenzen kennt. Wir haben von Anfang an festgelegt was der kleine Mann darf und was nicht. Ungefragt aufs Bett springen gehört zum Beispiel NICHT dazu, weshalb er auch immer wieder schroff hinunterbefördert wird wenn er es versucht. Auch die Küche ist tabu, genauso wie wildes Kläffen und Frauchen in die Hacken schnappen – da gibts ein strenges NEIN. Ansonsten versteht er seinen Namen bereits recht gut und kommt angehoppelt wenn wir ihn rufen,  er kapiert meistens was wir wollen wenn wir ihn auf sein Kissen schicken und ‚Schau!‘, ‚Sitz!‘ und ‚Platz!‘ werden fleißig geübt. Wahnsinns Geduldsübung außerdem: an der Leine laufen! Zieht der Bub geht’s nämlich keinen Millimeter weiter … puh! Gottseidank ist er noch so klein und man kann ihn sich zur Not einfach unter’n Arm packen 😀

Und was macht Barney eigentlich?

Meine schlimmste Sorge ist das kleinste Problem geworden. Barney hat den Kleinen voll und ganz akzeptiert und auch wenn er nicht mit ihm spielt (was Barney aber auch einfach nicht macht, handelt es sich nicht gerade um eine leckere Hündin 😉 ), verstehen die 2 sich super. Hamlet orientiert sich sehr an Barney, was hoffentlich auch hilft, dass Hamlet etwas ruhiger wird. Es gibt nur noch ab und zu einen Rüffler Seitens Barney, aber der ist dann sehr verhalten im Vergleich zum Anfang und er ist immer absolut verdient und mit einer längeren Warnphase die vorausgeht. Klar traut sich der Kleine je älter er wird immer mehr und dementsprechend heftiger wird dann auch Barneys Reaktion wieder ausfallen, aber ich vertraue Barney da inzwischen. Er macht das toll! Er ist insgesamt auch NOCH ruhiger und sozialer geworden hab‘ ich das Gefühl. Er freut sich z.B. plötzlich wieder über den Nachbarshund am Zaun, den er sonst öfter mal verbellt hatte und er wollte heute auch unbedingt mit in die sonst so verhasste Badewanne, weil dort gerade Hamlet sein erstes Bad genommen hat und wir ihn gelobt haben wie verrückt. Ich denke also es tut ihm gut. Ich versuche dennoch jeden Tag einmal alleine etwas mit Barney zu unternehmen, denn klar – so ein Welpe braucht einfach viel Aufmerksamkeit und ich möchte nicht, dass Barney deswegen zu kurz kommt. Außerdem genießt Barney die Auszeit vom nervigen Welpi 🙂

Was jetzt noch eine große Herausforderung ist, ist den Hunden beizubringen wann wer gemeint ist. Barney z.B. zuckt jedes Mal wenn Hamlet geschimpft wird zusammen. Es ist schwer ihm zu zeigen, dass er gar nicht gemeint ist, auch wenn wir den Namen voran setzen. Wir haben uns jetzt dazu entschlossen, für die wichtigen Kommandos wie den Abruf und das Auflösesignal für beide Hunde unterschiedliche Kommandos zu nehmen. Einfach um zu verhindern, dass sich gut konditionierte Kommandos bei Barney löschen, wenn sie ständig genannt werden, er aber gar nicht gemeint ist. So richtig trainieren können wir das aber erst, wenn der Kleine ein bisschen älter ist. Bis dahin versuchen wir viel mit Blickkontakt, Körpersprache und Namen … Gassi mit zwei Hunden ist ganz schön heftig 😀

Wir halten Euch auf dem Laufenden!

 

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Abenteuer Zweithund – Update

Es ist wirklich unglaublich wie schnell Barney und der kleine Hamlet zusammengewachsen sind. Das hätte ich mir nie erträumen lassen. Ich kann die beiden zusammen inzwischen ohne Probleme unbeaufsichtigt lassen ohne sie trennen zu müssen. Barney geht nicht an Hamlets Napf, Spielsachen liegen frei herum ohne Probleme und bei meinen Eltern durfte Hamlet sogar an Barney’s jahrelanges Lieblingsspielzeug (ein kleiner, zerkauter Jäger Gartenzwerg den sich Barney damals als Welpe mal gekrallt hatte). UNFASSBAR! Ich hab wirklich auf den Anschiss gewartet und dann hat Barney nur kurz geschaut und das wars. Ich dachte ich traue meinen Augen nicht …

Meine schlimmsten Befürchtungen haben sich also nicht bewahrheitet – im Gegenteil. Barney schien ziemlich schnell zu begreifen, dass der kleine Mann zum Rudel gehört. Er hilft mir sogar mit dem Kleinen, z.B. wenn Hamlet in seiner Box entspannen soll, legt sich Barney demonstrativ direkt vor die Box und schläft. Ich denke mir dann immer, dass er so Hamlet zeigen will, dass er jetzt runterfahren soll. Ich bin unfassbar stolz auf Barney und wünschte ich könnte so souverän sein wie er. Der Kleine hat absoluten Respekt vor ihm … ganz anders bei mir. Ich hab nämlich in den ganzen Jahren vergessen wie anstrengend Welpen sind und Hamlet ist da tatsächlich von der ekligen Sorte! Er ist eine kleine hyperaktive Schnappschildkröte mit messerscharfen Zähnen. Teilweise schaffen wir es wirklich kaum ihn zu beruhigen. Wie ein kleines Kind überdreht er GENAU DANN völlig, wenn er eigentlich total müde ist … und dann ist es die Kunst den kleinen Kerl zum Schlafen zu bringen … mein lieber Scholli …

Puuuuh …

Ich denke trotzdem wir machen jeden Tag kleine Fortschritte. Hamlet lernt sich zu zügeln z.B. der Napf wird erst auf den Boden gestellt wenn er ruhig sitzt, die Box im Auto öffnet sich erst wenn er sich entpannt hat und Leckerlis bekommt man nicht wenn man wie wild hochspringt, sondern nur wenn man ruhig und aufmerksam sitzt.

Barney’s Welpenzeit ist einfach schon viel zu lange her. Wie habt ihr geschafft, dass eure Welpis entspannen? Wie habt ihr das mit der Beißhemmung wegbekommen? Über Tipps und Tricks freuen wir uns wie immer 🙂

Juhu Hamlet ist da – die erste Woche mit Zweithund

Seit Dienstag weilt der kleine Mann unter uns – Zeit einmal Bilanz zu ziehen wie es bisher so gelaufen ist.

Zunächst mal muss ich ganz ehrlich sagen: ich bin positiv überrascht! Ich hatte mir ja die schlimmsten Sachen ausgemalt wie Barney reagieren würde. Lässt er den Kleinen überhaupt zur Türe herein? Schikaniert er ihn die ganze Zeit? Zieht Barney sich genervt zurück und ignoriert uns? Das alles ist gottseidank nicht (noch nicht 😉 ) eingetreten. Aber jetz mal alles auf Anfang.

Mein Freund Chris hat den Kleinen im Auto auf den Schoß genommen, ich bin gefahren. Barney war natürlich dabei beim Abholen, hat das aber so gar nicht richtig realisiert, dass da jetzt plötzlich was Kleines mitkommt. Hamlet war total entspannt … selbst als es dann angefangen hat zu schütten und zu gewittern war der kleine Mann total entspannt und hat auf Chris Schoß geschlafen. Zu Hause angekommen waren wir erstmal mit beiden Hunden im Innenhof, da hat sich Barney auch noch nicht wirklich für Hamlet interessiert, nur ein paar mal an ihm geschnüffelt und gut. Hamlet hat da schon ganz brav in den Innenhof gepullert und ordentlich Lob kassiert. Dann gings ab nach oben … soweit es ging durfte Hamlet selbst laufen, damit er gleich all die verschiedenen Untergründe kennen lernt, hauptsächlich mussten wir ihn aber tragen, weil einfach alles noch zu aufregend war. Wir wollten aber unbedingt, dass Hamlet selbst über die Türschwelle in die Wohnung läuft und das selbstverständlich NACH Barney. Wir haben gebettelt und ihn animiert wie verrückt, der kleine Hamlet saß einfach nur da und hat geschaut.

Bis etwas wahnsinnig Tolles passierte: Barney ging nochmal nach draußen in den Gang, hat nach dem Kleinen geschaut und kam wieder rein und siehe da – Hamlet hüpfte Barney fröhlich hinterher 🙂 auch wenn ich glaube, dass es nicht Barney’s Absicht war den Kleinen mit dieser Aktion herein zu holen, so war es doch einfach unfassbar süß. Das Ganze könnt ihr euch hier im Video ansehen:

 

Nach diesem vielversprechenden Anfang folgte gleich die Ernüchterung. Wir saßen später alle gemeinsam im Wohnzimmer auf dem Boden, Hamlet erkundete alles in Ruhe und Barney ließ ihn das auch machen. Als Hamlet dabei mir aber zu Nahe kam ging Barney von einer Sekunde auf die andere auf Hamlet los. Es folgte herzzerreißendes Welpengeschrei. Ich wusste ja von Barney, dass er nicht lange warnt wenn ihm etwas nicht passt, aber dass die Reaktion so heftig ausfiel, davon war ich echt baff. Soweit so gut … Tag eins wurde damit erstmal abgehakt. Hamlet kam in seinen abgetrennten Schlafbereich neben unserem Bett mit einer Box, einem Kuschelkörbchen und zur Sicherheit noch ein paar Welpenmatten davor, da er die vom Züchter kannte und dort zur Sicherheit nachts noch Pipi machen konnte. So hatte Hamlet erstmal seine Ruhe und konnte sich beruhigen und auch Barney hatte so erstmal wieder die Wohnung für sich.

So ich muss jetzt fix los Gassi mit Barney (der genießt immer noch Gassirunden mit mir allein 🙂 damit er nicht zu kurz kommt und sein Alltag nicht komplett durcheinander gewürfelt wird ) … mehr in Bälde.

Heute, eine Woche später, sieht das Ganze schon viel besser aus. Inzwischen hat Barney fast keine unkontrollierten Wutanfälle mehr. Er hat gelernt zu warnen und dazu hat er wohl auch gemerkt, dass der Kleine da bleibt 🙂 Wir haben jedes noch so kleine Knurren von Barney bestärkt und daraufhin den kleinen Hibbel von ihm weggenommen. Das hat richtig gut funktioniert. Inzwischen läuft es so: ist der Kleine in Barney’s Nähe ruhig und setzt sich, bzw. legt sich hin und „unterwirft“ sich bleibt Barney ganz entspannt und Hamlet darf sich sogar zu ihm ins Körbchen legen (siehe Bild oben), wobei dieser Anblick tatsächlich noch sehr sehr selten ist! Ist Hamlet aber hibbelig und geht zu Barney in überdrehter Spiellaune, warnt Barney mit Knurren und wir haben dann ca. 5 Sekunden Zeit den Kleinen wegzunehmen oder Barney abzurufen bevor es richtig knallt. Natürlich ist das ständige Wegnehmen des Welpen um Krach zu vermeiden keine Dauerlösung, schließlich muss Hamlet auch lernen wie er sich bei Barney zu Verhalten hat. Deshalb lassen wir Barney in kontrollierten Situationen auch sein Ding machen und der Kleine bekommt ordentlich Anschiss (so z.B. als Hamlet meinte er müsste von der Terrasse nach drinnen springen und direkt auf Barney landen … dieser Krach war abzusehen und da habe ich ihn auch mal eiskalt ins offene Messer laufen lassen, schließlich ist so ein Verhalten gegenüber Barney nicht ok).

Ich habe aber das Gefühl je mehr wir Hamlet mit nach draußen auf Spaziergänge nehmen können, desto besser funktionieren die beiden miteinander. Im Moment müssen wir noch viel aufpassen, aber ich denke/hoffe es wird. Auf jeden Fall hab ich es mir 100000 schlimmer ausgemalt und zudem hätte ich niemals gedacht, dass wir so schnell Fortschritte machen. Ich bleibe also optimistisch und halte euch natürlich auf dem Laufenden 🙂

Dummytraining – 6 Ideen für den täglichen Spaziergang

Was ich am Dummytraining so liebe ist, dass es ein Hundesport ist, den man wirklich immer und überall ganz einfach ohne Aufwand ausüben kann. Zum Agility brauch ich Geräte, die Fährte muss ich erst legen, zum Mantrailing brauche ich Helfer… nicht so beim Dummytraining! Das Einzige was ich beim Dummytraining brauche ist einen (Futter-) Dummy und eine schöne Gassirunde. Wir nehmen den Dummy oft mit zum täglichen Spaziergang, so können wir Gassi und Training verbinden und das macht die Gassirunde dann auch gleich viel spannender. Wie ihr den Dummy beim Spaziergang am besten einbaut, das verrate ich euch hier.

1. ‚Voran‘ auf dem Weg

Das ‚voran‘ Kommando bedeutet, der Hund soll geradeaus laufen. Da das für die meisten Hunde erstmal sehr schwer zu begreifen ist, kann man sich beim Gassi den Weg als Orientierungshilfe zu Nutzen machen. Geht dann folgendermaßen: ich lasse beim Spaziergang heimlich den Dummy auf den Weg fallen, ohne dass der Hund es bemerkt, laufe dann ein paar Meter weiter, hole den Hund zu mir, nehme ihn ins Fuß Kommando, richte ihn in Richtung des Dummies aus und schicke ihn geradeaus ‚voran‘ auf den Dummy. Je besser der Hund das Schema begriffen hat, desto weiter weg darf der Dummy liegen.

2. Freiverlorenensuche auf der Wiese

Hier suche ich mir eine ruhige Wiese (am besten mit etwas höherem Gras, dann setzt der Hund auch sicher seine Nase ein und sucht den Dummy nicht nur mit den Augen), ich werfe den Dummy wieder vom Hund unbemerkt in die Wiese, rufe den Hund zu mir ins Fuß Kommando und schicke ihn mit einem ’such‘ Kommando in die Wiese. Die Wiese soll er dann ohne weitere Hilfen in Ruhe durchstöbern bis er den Dummy findet.

3. Wasserapport

Wenn ihr am See spazieren geht, könnt ihr den Dummy aus dem Wasser bringen lassen, ansonsten werft ihr den Dummy zum Beispiel über ein kleines Flüsschen oder Bächlein. Wichtig beim Wasserapport ist nur: der Hund sollte am besten den direkten Weg ins Wasser gehen und er darf sich erst trocken schütteln nachdem der Dummy abgegeben wurde.

4. Triebkontrolle

Ein sehr sehr wichtiger Punkt beim Dummytraining ist die Triebkontrolle bzw. die sogenannte ‚Steadiness‘. Lasst den Hund sitzen, werft den Dummy ein paar Mal vor seiner Nase und holt ihn selbst wieder – der Hund muss sitzen bleiben! Oder, um das Ganze noch eine Stufe schwieriger zu machen, werft ihr den Dummy ohne Kommando, lasst den Hund hinrennen und fordert dann erst ein ‚Sitz‘ Kommando. Der Hund muss sich dafür ganz schön zügeln können.

5. Dummy als Belohnung

Ich nutze das Bringen DÜRFEN des Dummies auch oft als Belohnung, zum Beispiel beim Abrufen. Rufe ich meinen Hund und werfe den Dummy dazu noch in die Richtung in die er kommen soll weg, kommt der Hund deutlich schneller und wird gleichzeitig durch das ‚dem-Dummy-hinterher-Hetzen-dürfen‘ belohnt.

6. Apport mit Hindernis

Egal ob Wald oder Wiese, überall gibt es kleine Hindernisse die man für die Dummyarbeit nutzen kann: Baumstümpfe, Bänke, Tische, Steine, Felsbrocken und und und … lasst euch einfach mal den Dummy von einer Bank, über eine Absperrung oder von einem Baumstumpf apportieren. Das macht Spaß und fördert die Motorik.

Viel Spaß beim Ausprobiern ❤

Ihr findet alle Ideen auch nochmal hier im Video:

 

 

 

Sozialisierungsplan Welpe

Was? Wann? Wie? Wo? Und warum eigentlich?

Grade mal noch 2 Wochen und unser kleiner Zweithund Hamlet zieht ein. Höchste Zeit sich einmal Gedanken zu machen was der kleine Mann später alles können und vor allem KENNEN muss. Im Folgenden werde ich einen Solzialisierungsplan für den kleinen Mann erstellen.

Die ’sensible Phase‘

Bis ca. zur 16. Woche sagt man, dauert die sogenannte ’sensible Phase‘ des Welpen. Alles was der Hund später kennen muss, sollte er in dieser Phase schon einmal gesehen oder gemacht haben. Der ausgewachsene Hund wird alles in seinem späteren Leben mit den Erfahrungen die er in dieser Zeit gemacht hat vergleichen. Viele Hunde die in der ’sensiblen Phase‘ isoliert waren, keine oder sogar schlechte Erfahrungen gemacht haben, zeigen später Verhaltensaufälligkeiten. Was wir wollen ist ein souveräner Hund, der mit allen Alltagsreizen und anderen Hundebegegnungen gut umgehen kann. Ziel soll es also sein, dem Hund bis zur 16. Woche alles Wichtige zu zeigen, was er später auch kennen muss.

Sicherheitsreize

Bei der Konfrontation mit neuen Sachen (und für den Welpen ist ja am Anfang so ziemlich alles neu) hilft es wenn der Hund bereits bestimmte Sicherheitsreize hat, die er bereits kennt. So ein Sicherheitsreiz kann man selber sein (klappt vor allem gut, wenn ihr den Welpen in der Zucht schon oft besucht habt und er euren Geruch kennt), die Wohnung oder auch ein vertrautes Spielzeug oder eine Hundebox. Wichtig ist es, dass man bevor man mit der Sozialisierung beginnt einen solchen Sicherheitsreiz aufzubaut. Der Hund sollte euch kennen und wissen, dass er bei euch sicher ist, er sollte eure Wohnung bereits kennen und wissen, dass er dort sicher ist, oder er kennt seine Hundebox und fühlt sich dort sicher. Das ist deshalb so wichtig, damit der Hund jede neue Situation, also jeden neuen Reiz dort verarbeiten kann wo er sich sicher fühlt. Der Hund kann also ‚ins Nest‘ zurückkehren und dort nach der Aufregung wieder entspannen. Am besten ist es natürlich er kennt euch bereits gut genug und der Welpe hat seinen Sicherheitsreiz (also in dem Fall euch) immer dabei 🙂 aber ihr seid ja gerade erst am Anfang des Bindungsaufbaus. Für das Training heißt das: der Welpe muss erstmal daheim ankommen und euch kennen lernen. Die erste Woche im neuen zuhause ist also LANGSAM TUN angesagt. Der Hund muss sich erstmal an euch und an das neue Zuhause gewöhnen.

Sozialisierung: andere Hunde vs. Umwelteinflüsse

Die Sozialisierung besteht aus zwei wichtigen Faktoren: zum Einen muss der Welpe andere Hunde kennen lernen und lernen zu kommunizieren, zum Anderen muss der Hund auf viele Umwelteinflüsse geprägt werden. Beides ist gleichermaßen wichtig.

Sozialisierung auf andere Hunde

Der Hund sollte in der ’sensiblen Phase‘ ausreichend Kontakt zu gut sozialisierten (!!!) Hunden aller Art machen. Verschiedensten Alters, verschiedenster Größe und verschiedenster Rassen! Jeder Hund kommuniziert anders und gerade durch die Zucht hat der Mensch die Kommunikation der Hunde untereinander erschwert. Ein Beispiel: eine eingezogene Rute signalisiert eigentlich Angst oder Unsicherheit. Nun sieht ein Hund der keine Rute oder eine kupierte Rute hat für einen anderen Hund so aus als hätte er die Rute zwischen den Beinen versteckt, obwohl er die kupierte Rute vielleicht in den Himmel trägt – er wird also vollkommen falsch eingeschätzt. Genauso wie eine erhobene Rute ‚Imponanz‘ kennzeichnet … was ist aber mit den Hunderassen die ihre Rute dauerhaft nach oben tragen wie z.B. dem Mops oder Akita? Sie imponieren bestimmt nicht die ganze Zeit! Ähnlich kann es zu Missverständnissen bei anderen wichtigen Körperteilen kommen, wie z.B. den Ohren (lang? kurz? aufstehend?), der Schnauze (kurz und gekräuselt wie bei Bulldogge und Mops oder lang und spitz?). Der Welpe muss all diese verschiedenen Rassen und verschiedenen Formen der Kommunikation kennen lernen und lernen sie richtig deuten zu können. Genauso ist es bei Hunden unterschiedlichen Alters: während der qurlige Junghund überschwänglich mit dem Welpen spielt, hat der Senior keine Lust und grummelt. Der Kontakt mit gleichaltrigen Artgenossen ist wichtig, da die Welpen untereinander Grenzen aufstellen und sich austesten können, aber auch Hunde anderen Alters sollte der Welpe kennen lernen. Genauso ist es mit der Größe. Auch große Hunde können zunächst angsteinflößend wirken, aber echte sanfte Riesen sein, im Umkehrschluss muss der Hund auch lernen bei kleineren Hunden seine Energie zu zügeln und sanfter zu spielen. Wichtig bei der Sozialisierung mit anderen Hunden ist nur: es müssen gut sozialisierte Hunde sein, denn ein Biss oder eine extrem schlechte Erfahrung in der ’sensiblen Phase‘ hinterlässt einen bleibenden Eindruck! Und: nicht alle auf einmal! Es sollte ruhig und geregelt zugehen und der Hund muss genug Ruhezeit bekommen um alle Eindrücke verarbeiten zu können.

Sozialisierung auf Umwelteinflüsse

Hier kommen wir nun zu meinem oben angesprochenen Plan. Ich muss mir Gedanken machen was mein Hund alle kennen muss um später gut im Alltag mit uns klar zu kommen. Wir wohnen in der Stadt und der Hund sollte später problemlos überall mit hingenommen werden. Folgende Dinge sollte er also in der ’sensiblen Phase‘ mit uns erleben und gemacht haben. Nebenbei stärken solche gemeinsamen Auflüge und Abenteuer auch noch ungemein die Bindung 😉 Das ganze bitte immer nur in sehr geringer Dosis ( 5 bis max. 15 min) und dem Hund sollte an jeder Station genug Zeit gegeben werden alles in Ruhe zu beäugen. Der Hund soll lernen jeder Situation mit Ruhe zu begegnen ergo: neuer Reiz -> ich schau mir erstmal alles in Ruhe an (und nicht: neuer Reiz -> ich renne bellend drauf los). die Reihenfolge ist hier beliebig angegeben.

Durch die Fußgängerzone (verschiedene Menschen, verschiedene Untergründe, Männer, Frauen, Regenschirme, Bärte, Brillen, komische Jacken, lange Haare, kurze Haare, schreiende Kinder)

An den Bahnhof (Rollkoffer, laute Durchsagen, Züge die ein und abfahren)

Zug und Straßenbahn fahren (komisches Gefühl, schwankt alles, automatische Türen)

Einkaufszentrum (wieder viele Menschen, Tüten, andere Hunde an der Leine)

Ins Restaurant (am besten wenn der Hund schon schön müde ist, er soll schließlich friedlich unterm Tisch schlafen)

Aufzug fahren (kann am Anfang eine echte Herausforderung sein)

In die Hundeschule (erstmal nur zum Schnüffeln)

zum Tierarzt (auch erstmal nur zum gucken, für Leckerlis und um ihn positiv zu verknüpfen, damit er nicht zum ersten mal beim Tierarzt ist wenn es nen Pieks oder vielleicht sogar was Schlimmeres gibt)

Zu den Großeltern oder der Hundepension, bei denen er vielleicht mal im Urlaub beleiben soll

Laute Alltagsgeräusche wie Föhn und Staubsauger (zeigen, dass die komplett normal sind)

Trimmen, Kämmen, Ohren putzen, Baden, Zähne anschauen, anfassen lassen , Krallen schneiden (auch das muss sich der Hund später entspannt gefallen lassen)

Gewöhnung an Geschirr / Halsband (Zunächst würde ich ein Geschirr benutzen, gerade bei den Sozialisierungsausflügen, da ist es nicht so schlimm wenn er zieht, beim Halsband würde ich dann darauf bestehen, dass keinesfalls gezogen wird! Die Verbindung ziehen + es geht vorwärts darf nicht verknüpft werden!)

Wald + Wiese (unterschiedliche Gerüche und Untergründe)

Schwimmen (der Welpe macht das von selbst, vernachlässigt man es muss der Hund es später mühsam wieder erlernen)

Auto fahren (und je nachdem wie und wo er sitzt an die Hundebox oder den Gurt gewöhnen)

Mit in die Arbeit nehmen (falls er später mal mit soll oder ihr ihn mal mitnehmen müsst)

Aus der Hand füttern (bzw. während der Hund frisst Futter mit der Hand in den Napf nachlegen -> der Hund merkt eine Hand im Napf ist immer etwas Gutes!)

Soooo jetz hab ich grad nen Hänger … fällt euch noch was ein? Ich freu mich sehr über eure Vorschläge!

Hier noch ein spannendes Video zur Sozialisierung eures Welpen:

Entscheidungshilfe Zweithund: ja oder nein?

Seit Barney aus dem Gröbsten raus war (also als er ca. 1 Jahr alt war) spiele ich bereits mit dem Gedanken Zweithund … krass, also schon ganze 3 Jahre. Ich kann gar nicht zählen wie viele dieser Listen ich beim Überlegen schon erstellt habe und wie sehr ich mit mir gerungen habe. Um Euch das Rumüberlegen, zumindest so ein bisschen zu erleichtern …

… kommt hier meine Entscheidungshilfe Zweithund: JA oder NEIN

VORTEILE

  • Mehr Hunde – mehr Spaß! Jeder Hundfan wird mir da zustimmen können. Was ist besser als ein Hund? Viele Hunde! Isso!
  • Je größer das Rudel, desto besser! Jeder der schonmal beobachtet hat, wie 2 zusammengehörige Hunde beim Spaziergang auf einen einzelnen treffen weiß, dass der Einzelne sich von den beiden erst ruhig beschnuppern lassen muss, denn: gemeinsam sind wir stark. (Kann allerdings auch negative Auswirkungen haben – siehe unten!)  Ein Hundebuddy kann vor allem einem unsicheren Hund sehr helfen.
  • Hunde unter sich! Hunde sehen den Menschen als absolut gleichwertigen Sozialpartner, ja! Und dennoch werden wir die Kommunikation die unter Hunden stattfindet nie ganz ersetzen können. Es fasziniert mich immer wieder wie Hunde untereinander agieren und mit ihrer Körpersprache kommunizieren. Diese Kommunikation zu Hause beobachten zu können ist bestimmt toll und sehr lehrreich für uns Menschen! Der Hund hat auf der anderen Seite einen Sozialpartner gewonnen der seine ‚Muttersprache‘ spricht.
  • Hund 2 lernt von Hund 1! Wer sich einen zweiten Hund holt, hat mit Hund Nummer 1 schonmal alles durchgemacht und weiß worauf es ankommt. Außerdem hilft der 1. Hund oft mit, den 2. Hund zu erziehen. Hund Nummer 2 wird somit viel schneller lernen und Anfängerfehler sind bereits ausgemerzt. OBACHT! Nicht alles Hund Nummer 1 überlassen, sonst prägt sich der Welpi nur auf den älteren Hund und nicht auf euch! (siehe Negatives).
  • Egal was in den Napf kommt wird gefressen! Besonders bei Hunden die etwas heikler sind was das Essen angeht profitiert man von einem zweiten Hund, denn der Futterneid „treibt alles nei“. Bevor der andere Hund etwas abbekommt, ess ich lieber schnell selbst alles auf. Hab gehört das funktioniert super 😉
  • Nie wieder allein! Alleine in der Wohnung zurückgelassen werden gehört zum Alltag eines Einzelhundes. Der hat das gelernt und hat (hoffentlich) auch kein großes Problem damit. Dennoch ist es für ein Rudeltier eigentlich vollkommen unnatürlich alleine zurück gelassen zu werden. Deutlich entspannter ist es da, mit einem Hundekumpel den Tag daheim zu verbringen während die Zweibeiner Geld für Leckerlis verdienen gehen. (Natürlich muss auch der 2. Hund lernen ganz allein sein zu können!)
  • Auslastung für beide! Vor allem wenn der Zweithund ein Welpe wird hat der ältere Hund eine „Aufgabe fürs Leben“ und zwar dafür zu sorgen, dass der Kleine sich benimmt (Voraussetzung ist natürlich, dass der Ersthund auch Lust darauf hat und nicht die ganze Zeit komplett gestresst ist). Das sorgt sogar oft bei Senioren in der Hundewelt nochmal für neuen Schwung und kann viel anstrengender sein und müder machen als sämtliche Trainingseinheiten auf dem Hundeplatz (die natürlich nicht entfallen sollten ;). Der Hund der im Rudel lebt is dennoch viel ausgelasteter als ein Einzelhund.

Überzeugt? Dann solltet ihr jetz aufhören zu lesen und es einfach machen 😉 Schließlich gibt es nie den richtigen Zeitpunkt oder die richtigen Voraussetzungen.

Trotzdem kommen hier auch noch einige Dinge die ihr bei der Anschaffung eines zweiten Hundes unbedingt bedenken solltet. Aber wenn ihr schon ernsthaft über einen zweiten Hund nachgedacht habt ist das hier für euch sicher nichts Neues…

NACHTEILE

  • Die Kosten! Klar, die Kosten steigen für einen zweiten Hund. Je nachdem wie groß der dann sein soll schwanken die Kosten für Futter, Versicherung, Steuern und evtl. Hundeplatz. Darauf muss man sich einstellen. Ist halt wie mit Kindern…
  • Vertragen die sich? Was mir bis heute noch Bauchschmerzen bereitet … wird sich Barney mit dem Welpen den wir ihm vor die Nase setzen verstehen? Von „der Welpe wird erstmal ignoriert“ bis „der Welpe wurde angegriffen“ habe ich schon jede Horror Story gelesen. Im Endeffekt gibt es aber keine Garantie dafür, dass Erst- und Zweithund beste Freunde werden … schau mer mal dann seh mer scho…
  • Der Dreck! Barney haart an sich schon wie verrückt (nicht nur im Fellwechsel!) und ich denke 2 haarende Hunde ( und ich noch dazu 😀 ) werden sich sehr schnell bemerkbar machen. Die Zeit zum täglichen Staubsaugen sollte also einkalkuliert werden … genauso wie die extra Zeit zum Saubermachen nach matschigen Gassirunden.
  • Wohin damit im Urlaub? Ein Hund nimmt gerne mal jemand auf Pflege … aber gleich zwei? Man sollte sich gut überlegen wo man die beiden im Fall der Fälle mal unterbringen könnte … im besten Fall beide zusammen! (Der Vorteil bei diesem Nachteil: die Hunde können auch mal zu einer Person die sie nicht so gut kennen, denn sie sind ja zu zweit und nicht allein und haben einander. Erfahrungsgemäß klappt das Weggeben zu Zweit viel besser!)
  • Der Zeitaufwand! Gerade am Anfang sollte in den Zweithund sehr viel Zeit investiert werden – jedoch ohne, dass der Ersthund zu kurz kommt! Das bedeutet: gerade am Anfang  sollte man nicht nur zusammen, sondern auch regelmäßig getrennt Gassi gehen, damit auch der neue Hund sich am Menschen orientiert und nicht (was für den neuen Hund viel einfacher ist) am Ersthund. Außerdem ist es enorm wichtig um eine Bindung zum Ersthund aufzubauen. Viele wichtigen, spannenden, aufregenden Dinge sollten also auch OHNE den Ersthund passieren. Der will jedoch trotzdem auch nach wie vor beschäftigt werden. Ergo: 2 Hunde, dreifacher Zeitaufwand: Training Hund 1, Training Hund 2, Training zusammen! In der ersten Zeit ganz besonders und auch später sollte es getrennte Aktivitäten mit den Hunden geben.
  • Wir sind dann mal weg! Gemeinsam sind wir stark … das kann gerade für unsichere Hunde toll sein, kann aber auch schief gehen. Besonders bei Jagdhunderassen kann der eine den anderen anstiften und plötzlich steht man alleine im Wald, weil die beiden sich zum Jagen aus dem Staub gemacht haben. Blöd! Auch kann es sein, dass die beiden zusammen anfangen andere Hund zu mobben … einfach weil sie es können. Da sollte man präventiv intervenieren 😀
  • Puh … es steht jetzt 7 Punkte FÜR den zweiten Hund und 6 Punkte GEGEN einen Zweithund … lasst es uns einfach so belassen, schließlich habe ich mich ja schon dafür entschieden 🙂

Der kleine Hamlet ist jetzt 5 Wochen alt und schon sehr lebhaft 😀 hier seht ihr wie er sich in den letzten Wochen entwickelt hat. Anfang August holen wir ihn zu uns … ich kanns kaum erwarten!

 

Abenteuer Zweithund

Hilfe – wir tun es wirklich!

Die letzten Wochen waren ein einziges Auf und Ab der Gefühle. Ich befinde mich miuntenweise im Wechsel zwischen wahnsinniger Panik  (wie wird das denn wohl alles, bekommen wir das auf die Reihe) und irrsinniger Freude (wow wie toll, endlich ist es soweit). Denn endlich scheint alles zu klappen: wir bekommen einen zweiten Hund!

Auf den Folgenden Seiten werde ich euch teilhaben lassen an unseren Überlegungen, Erfahrungen und Erlebnissen die uns während des „Abenteuers Zweithund“ so passieren. Außerdem gibts natürlich jede Menge schnucklige Welpenvideos, versprochen!!!